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„Ein Wort, geredet zu rechter Zeit, ist wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen“ (Sprüche 25,11)

König Salomon soll das gesagt haben. Nach Darstellung der Bibel also etwa im 10. Jh v.Chr. . Und ja, wie herrlich ruhig wäre es auf der Welt, wenn ein jeder nach dieser goldenen Regel handeln würde, d.h. eben nur zur „rechten Zeit“ sprechen würde … 

Aber das ist ein anderes Thema. Hier und heute geht es um eine Hommage an den Apfel! Und der oben zitierte Spruch des König Salomon unterstreicht auch seine Bedeutung seit alters her für Geschichten, Sagen und Legenden. So kommt dem Apfel beispielsweise auch eine bedeutende Rolle zu bei Adam und  Eva, Paris und Aphrodite, bei den  Apfelträgern des Altpersischen Reiches, bei Schneewittchen und Wilhelm Tell. Man ist sich in den unterschiedlichsten Deutungs-Zirkeln einig: Kaum eine andere Frucht ist mit soviel Symbolik verbunden wie der Apfel, Sinnbild für Reichtum und Schönheit auf der einen Seite, Metapher aber auch für Verführung und Sündenfall. 

Viel Spaß beim Blättern in unseren Apfelgeschichten! Mit allen guten Wünschen für einen goldenen Herbst!

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„Gestatten, mein Name ist Cox ...

James Cox“, um genau zu sein. Britische Zurückhaltung hinderte den Apfelkern daran zu sagen „Sir James Cox,  derer von Orange Pippin“. Man prahlte nicht mit seiner Herkunft, schon gar nicht im Ausland. Man redete höchstens langsamer und lauter, sollten einen die Eingeborenen nicht verstehen. „Oh, hello Mister Cox“, flötete es neben ihm. Ein allerliebster kleiner Kern in Form einer haselnußbraunen, pelzigen Buchecker. „Wenn ich mich vorstellen darf: Royal Gala“. Sir James war entzückt! Das erlebte man nun wirklich nicht alle Tage! „Meine Teuerste“, hüstelte er, „ich vermute, wir haben gemeinsame Wurzeln“. „Zu gütig, Sir James“, der Apfelkern errötete ein wenig, wohl wissend, daß die Cox’ens das ältere Geschlecht waren. Nebenan hörte man ein Räuspern. „Ich bin Malus“, sagte ein verschrumpeltes, winziges Äpfelchen, kaum größer als eine Haselnuß. „Ich war der erste.“ Sir James und Miss Gala waren über die Maßen verwundert – und dann hörten sie mit großem Erstaunen von der wundersamen Geschichte vom Holz- zum Tafelapfel.

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Die staatspolitische Bedeutung einer Gehorsamsverweigerung

Wir erinnern uns: Bei der  Entstehung der Schweizer Eidgenossenschaft spielt der Apfel eine zentrale Rolle:

Wilhelm Tell weigert sich, den Hut zu grüßen, den der tyrannische Landvogt Gessler aus dem Hause Habsburg in Altdorf, Kanton Uri,  auf eine Stange gesteckt hat: Derartige devotionale Unterwerfungen hat ein Schweizer noch nie nötig gehabt. Gessler verurteilt Tell wegen Gehorsamsverweigerung zum Tode und seinen Sohn Walter gleich mit – es sei denn, der Freiheitskämpfer schießt mit seiner Armbrust einen Apfel von Walters Kopf. Der Schuß gelingt, Tell wird dennoch gefangen genommen, kann fliehen und erschießt Gessler in der Hohlen Gasse bei Küssnacht. Fazit: Die über hundert Jahre dauernden Auseinandersetzungen zwischen dem Haus Habsburg und  den Schweizern endete mit der Unabhängigkeit der Eidgenossen. Tell ist Nationalheld. Eigentlich der Apfel auch – oder?

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Schöne Bilder ➼ ➼

Die Mainau - erster Besuch nach Schließung 2020


➽  Fotoausstellung IDEEN & EXPERIMENTE von Rolf und Gerdi Scherer | März bis Juni 2017 im Rathaus Immenstaad |  alle Bilder

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☛ ☛ ☛ Der Literatur-Workshop ist mit seinen lesenswerten Rezensionen der Jahre 2017 bis 2019 umgezogen zu Tips fürs Lesen und Schreiben.