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Die Dichtung zum Spiel der Kithara

gs. Seit über zwei Jahrtausenden werden Verse, Poeme, Gedichte zu einem Saiteninstrument gesungen. Man denke nur an die Minnesänger, die südfranzösischen Troubadoure oder die keltischen Barden der Antike und des frühen Mittelalters. Der Gesang zur Lyra - daher kommt der Begriff „Lyrik“ - hat alte Wurzeln:

Musik und Musikinstrumente waren im antiken Griechenland Werke der Götter, Musik gehörte zur Bildung, war allgegenwärtig. Gesang und begleitende Leier oder Flöte fanden sich in der Tragödie, Reden wurden nicht gehalten, sondern gesungen, es gab musikalische Wettstreite, so z.B. die  Delphischen Spiele (582-394) zu Ehren von Apoll. Dank Aristoteles wissen wir, daß der Sieger einen Lorbeerkranz erhielt und  hoch geachtet war. Selbst als im Lauf der Jahrhunderte Diskuswerfen und  Wagenrennen dazukamen, blieb der musikalische Wettstreit immer ein bedeutender Teil der Spiele. Apoll, der Gott der Musik und der Poetik, wird auf antiken Fresken oft mit einer Lyra oder Kithara dargestellt. Er hat Orpheus, dem  begnadetsten Sänger der griechischen Mythologie, eine Lyra geschenkt, der konnte bekanntlich mit seinem Gesang Steine erweichen! Aus dem griechischen Kithara entwickelte sich die Gitarre. 

Daß 2016 Bob Dylan den Nobelpreis für Literatur, Sparte Lyrik, erhalten hat ist nur folgerichtig. Die Schwedische Akademie hat dem Sänger und Songwriter die berühmte Trophäe „für seine poetischen Neuschöpfungen in der großen amerikanischen Songtradition“ verliehen. Ergänzend könnte man sagen: Bob Dylan setzt den Weg von Apoll über Orpheus und Walther von der Vogelweide fort!  

Gratulation zu seinem Lorbeerkranz! 

In eigener Sache

IDEEN & EXPERIMENTE

 

Fotoausstellung

Rolf und Gerdi Scherer

 

Rathaus Immenstaad, 2. März bis 27. April 2017

Montag bis Freitag 8 - 12 Uhr, Dienstag 14 - 18 Uhr

Vernissage: 7. März, 18 Uhr

 

Themen der Ausstellung: 

TimePainting; Schwarz & Weiß; Ahnenreihe; Flora; Poster; Farbe & Licht; Objekte

 



Schöne Bilder

Lese-Empfehlung

Warte nicht auf bessre Zeiten! Die Autobiographie 

Propyläen, Gebundene Ausgabe (2016)

von Wolf Biermann (Autor)

 

Eine für viele ungewöhnliche deutsche Geschichte: Wolf Biermann, aus kommunistischem, jüdischem Hamburger Elternhaus, zieht es 1953 mit 16 Jahren in die DDR, „seinen“ sozialistischen Staat, den er mit aufbauen wollte. 1965 erhielt er ein Auftritts- und Publikationsverbot; 1976 wurde er auf einer Konzertreise in die Bundesrepublik ausgebürgert. 2014 sang er anläßlich des 25. Jahrestages des Falls der Mauer im Deutschen Bundestag sein Lied „Ermutigung“. 2016 wurde Wolf Biermann 80 Jahre alt. - Ein deutsches Geschichtsbuch von enormem Wert!

Mein aktuelles Movie

Das Konzert (R/B: Radu Mihaileanu u.a., Frankreich u.a. 2009)

Weil das „Leben ohne Musik ein Irrtum“ wäre ... (Nietzsche)

 

Ein einst sehr berühmter Moskauer Konzertmeister – zur Putzhilfe  degradiert, weil er sich 1980 weigerte, Juden aus seinem Orchester zu  entfernen - sammelt seine ehemaligen Musiker – jetzt Verkäufer oder  Bäcker - zusammen und fährt mit ihnen nach Paris, um dort als  vermeintliches „Bolschoi-Orchester“ mit einer berühmten Violinsolistin  aufzutreten. Ihr Spiel reißt alle mit, und aus den anfänglich noch tastenden und scheinbar stümperhaften Klängen entwickelt sich mitreißende Musik. 20 Minuten lang hat man die Freude, Tschaikowskys  Violinkonzert zu lauschen, während die Geschichte zu Ende erzählt wird. Ein über manche Strecken komödiantischer Film, dann wieder stockt der Atem ob der Dinge, zu denen Menschen fähig sind – im Guten wie im Bösen.

Sarah Nemtanu, eine französisch-rumänische Violinistin, spielt für die Schauspielerin Anne-Marie Jacquet das Violinsololo.