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Von Veränderungen 

 

„Wenn alles bleiben soll, wie es ist, muß sich alles ändern,“ Dieses berühmte Zitat des sizilianischen Schriftstellers Giuseppe Tomasi die Lampedusa aus seinem (einzigen) Roman „Il Gattopardo“ ist vermutlich zeitlos gültig. 

Was widersprüchlich erscheint, ist nichts anderes als die Einsicht in die Notwendigkeit von Veränderung einerseits und dem Wunsch nach Beständigkeit andererseits. Veränderung sichert Entwicklung, Beständigkeit gibt Geborgenheit. Je nach individueller Befindlichkeit mag man einerseits zu schnelle Entwicklungen gerne auch mal anhalten wollen oder fühlt sich andererseits von Stillstand geradezu gelähmt. Insgesamt betrachtet, erscheint also das Leben als eine Balance zwischen Veränderung und Bewahrung. 

Weihnachten und Neujahr sind gute Beispiele dafür: Einerseits liebt man die Traditionen und Rituale - Nikolaus, Adventskranz, Weihnachtslieder, Zimtsterne, Glühwein und Gans, die besinnlichen Stunden, die Christmette und die Silvesterknaller . Andererseits feiert man das neue Jahr als eine Möglichkeit, Neues zu beginnen und alten Ballast abzuwerfen, ergeht sich deshalb gerne auch in Prophezeiungen vom Bleigießen bis zum Jahreshoroskop. Man erwartet und begrüßt Veränderungen, freut sich auf das Neue - und hofft, es möge gut sein.

 

Daß es gut wird, sei allen für 2019 gewünscht.

Rund 130.000.000 Bücher soll es laut Google-Recherche auf der Welt geben. 
Sieben davon werden künftig an dieser Stelle vorgeschlagen. Immer aus einem anderen Genre oder Sachbereich.

 

📚 Heute:  ENTDECKUNGEN - ERFINDUNGEN - EXPEDITIONEN

 

🔹 Simon Singh: Fermats letzter Satz - die abenteuerliche Geschichte eines mathematischen Rätsels

Im 17. Jahrhundert notierte der französische Mathematiker Pierre de Fermat, er habe einen "wunderbaren Beweis" dafür gefunden, daß die Formel a2+ b2= c2 des Pythagoras nicht mehr gilt, wenn die Potenz erhöht wird. Leider hat Fermat außer der Randbemerkung nichts dazu hinterlassen, und so haben sich bis 1995 - der Beweisführung durch Andrew Wiles – Menschen unterschiedlichster Provenienz daran gemacht, das mathematische Rätsel zu lösen.Davon handelt dieses Buch, und es ist atemberaubend spannend, auch wenn vielleicht nicht jeder den mathematischen Ausführungen bis ins letzte folgen kann oder will.

 

🔹 Jon Krakauer: In die Wildnis – Allein nach Alaska

Der amerikanische Wissenschaftsjournalist Jon Krakauer hat die Geschichte eines jungen „Aussteigers“ auf ebenso nüchterne wie sachkundige und sensible Weise recherchiert und rekonstruiert: Chris McCandless begibt sich, nur mit ein paar Kilo Reis und absolut unzureichender Ausrüstung versehen, im Frühjahr allein in die Tundra von Alaska und findet dort den Tod – nur wenige Meilen von der Zivilisation und von möglicher Rettung entfernt.

 

🔹 Dava Sobel: Längengrad

Längen- und Breitengrade als nautisches Netz zur Orientierung: Noch im Jahre 1707 erlitt General Sir Cloudesley Shovell mit seiner gesamten Flotte vor den Scilly-Inseln Schiffbruch, weil er den exakten Längengrad nicht kannte: Während die Breitengrade anhand des Sonnenstandes bestimmt werden können, braucht es zur Ermittlung des Längengrades eine seetüchtige Uhr. Und die wurde von einem schottischen Uhrmacher namens John Harrison entwickelt. 1759 stellte er seine H4 vor, von James Cook 1774/75 auf der Weltumsegelung erfolgreich getestet.

 

🔹 Margot Lee Shetterly: Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen

Eine Geschichte über den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg, Apartheid, das tägliche Miteinander der Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, über hochbegabte afroamerikanische Mathematikerinnen, deren Berechnungen maßgeblich zum Erfolg der Apollo-Missionen der NASA beitrugen.

 

🔹 Roland Huntford: Scott und Amundsen:  Dramatischer Kampf um den Südpol

Der Wettlauf zum Südpol zwischen dem Engländer Robert Falcon Scott und dem Norweger Roald Amundsen im Jahre 1911 wird hier präzise aufgerollt und packend dargestellt: Mit einer Fülle von Quellen kann der Leser sehr genau nachvollziehen, wie sich beide Expeditionen auf den 1500 Kilometer langen Marsch durch Eis und Kälte vorbereiteten, wie unterschiedlich die Charaktere der beiden Männer Scott und Amundsen waren, von welchen Wertvorstellungen und Zielen sie geleitet wurden. Er kann also den Erfolg Amundsens und die Tragik Scotts in der ganzen Bandbreite erfassen. Die akribische Dokumentation einer der größten Entdeckungsreisen des 20. Jahrhunderts läßt den Erfolg Amundsens und die Tragik Scotts nachvollziehbar werden.

 

🔹 Reinhold Messner: Gobi - die Wüste in mir

Reinhold Messner berichtet in diesem Buch von der Durchquerung der Wüste Gobi. Und man erfährt, wie in allen seinen Büchern, nicht nur viel über Land und Leute, sondern partizipiert auch an seinen Reflexionen über einen der unwirtlichsten Flecken dieser Erde, seine Bewohner - und über den Autor selbst. Für alle, die sich für diese ferne und fremde Region interessieren, aber vermutlich selbst nicht hinkommen werden.

 

🔹 Meike Winnemuth: Das große Los - Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr  

Eine Reisebeschreibung der besonderen Art:12 Städte – Sydney, Buenos Aires, Mumbai, Shanghai, Honolulu, San Francisco, London, Kopenhagen, Barcelona, Tel Aviv, Adis Abeba, Havanna – hat die Autorin in einem Jahr besucht, jeweils vier Wochen dort gewohnt, Menschen und Gewohnheiten, Speisen und Getränke, Landschaft und Architektur kennengelernt. Entstanden ist so ein sehr persönlicher, nachdenklicher, fröhlicher Muntermacher fürs Reisen.

 

 

 📚 Mein Vorschlag zum 
Thema: PHILOSOPHIE 

 

🔹 Karl Jaspers: Einführung in die Philosophie. Zwölf Radiovorträge. Piper 1953.

Nicht jeder Leser ist ein diplomierter Philosoph, aber sehr viele Laien interessieren sich für philosophische Fragen. Für die letztgenannte Gruppe sind Jaspers Vorträge ein hervorragender Anfang, um mit dieser Disziplin Bekanntschaft zu schließen. Auch als Hörbuch erhältlich. Die Radiovorträge sind zwar von 1953, aber die philosophischen Fragen sind zeitlos. Die Antworten schon weniger.

 

🔹 Sarah Bakewell: Wie soll ich leben? oder Das Leben Montaignes in einer Frage und zwanzig Antworten. C.H. Beck 2016.

Natürlich kann man die berühmten Essais des bedeutendsten Philosophen der französischen Renaissance auch im Original lesen oder wenigstens in einer guten Übersetzung. Alle anderen erhalten mit diesem geistreichen Buch der englischen Philosophin Sarah Bakewell eine wunderbare Einführung in Thematik und Zeit.

 

🔹 Richard Sennett: Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität. Fischer 1983.

Sennett geht der Frage nach, was passiert, wenn Konventionen des öffentlichen Diskurses ersetzt werden durch persönliche Betroffenheitsbekundungen: Was geschieht, wenn Psychologie die Politik ersetzt, wenn Ideologien statt Fakten die öffentliche Meinung beherrschen?

 

🔹 Yuval Noah Harari: Eine kurze Geschichte der Menschheit. DVA 2013.

Ist Fortschritt Segen oder Fluch? Und der Mensch: „Krone der Schöpfung oder Schrecken des Ökosystems?“ (Für sich selbst findet man eine Annäherung an eine Antwort, indem man sich eine andere Frage stellt: In welcher früheren Epoche hätte ich gerne gelebt?)

 

🔹 Karl R. Popper: Alles Leben ist Problemlösen. Über Erkenntnis, Geschichte und Politik. Piper 1994.

16 Aufsätze und Reden. Auch  zur Frage der Verantwortlichkeit von Politikern. Und zu Poppers berühmten Satz über die Ideologien unserer Zeit: „Der Versuch, den Himmel auf Erden zu verwirklichen, produziert stets die Hölle.“ 

 

🔹 Sarah Bakewell: Das Café der Existenzialisten: Freiheit, Sein und Aprikosencocktails. C.H.Beck 2017.

Der Existenzialismus als eine philosophische Strömung feiert zur Zeit eine Renaissance: Bakewells leicht zu lesende Einführung in die Gedanken der französischen Existenzialisten ist ein wunderbarer Anfang für vertiefende Studien, z.B. zu den gegensätzlichen Positionen von Jean Paul Sartre und Albert Camus - auch wenn die Autorin offenbar Sartre bevorzugt.

 

🔹 Steven Pinker: Aufklärung jetzt: Für Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt. Eine Verteidigung. S.Fischer 2018.

Ein Plädoyer für Fakten statt Anmutungen, für Anerkennung des Fortschritts statt Kulturpessimismus, für den Glauben an die Innovationsfähigkeit der Menschen statt Verharren in ideologiebegründeten Entscheidungen. Wegweisend.

 

  Hinweis: Wer sich für die Neuerscheinungen Philosophie Deutschland 2017/2018 interessiert, findet entsprechende Zusammenstellungen im Internet, beispielsweise bei perlentaucher.de Das Kulturmagazin.

 

☛  Sehr interessant auch: Die „Sternstunde Philosophie“ des Schweizerischen Fernsehens.  Am 18.11.2018 war dort Steven Pinker zu Gast, am 25.11. 2018 Richard Sennett.

➼  Schöne Bilder ➼ ➼ ➼


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